Ob man nur Rasenmäher und Spaten im Garten unterbringen will oder eine bequeme Unterkunft für die Freiluftsaison sucht – ein Gartenhaus ist der Traum vieler Gartenbesitzer. Doch wer meint, er könne sein Gartenhaus oder den Schuppen nach Belieben auf sein Grundstück stellen, der erlebt womöglich ein böses Erwachen. Denn viele Gartenhäuser brauchen eine Baugenehmigung.

Diese Tipps sollten Sie beim Gartenhaus-Bau beachten.
Wenn im Sommer das Leben hauptsächlich im Garten stattfindet, wird vielerorts dort auch fleißig gebaut. Die alte Laube bekommt eine überdachte Terrasse, für die Geräte wird ein Holzhäuschen aufgestellt und der Plan einer eigenen Blockhaussauna oder der Spielhütte für die Kinder im Garten endlich realisiert. Auch wer beim Neubau aus Kostengründen auf den Keller verzichtet hat, ist froh über den zusätzlichen Abstellraum im Garten.
Bebauungsplan und Bauordnung beachten
Allerdings setzt das öffentliche Baurecht dem Häuschen-Bau oft Grenzen. Denn auch im eigenen Garten muss das im Baugesetzbuch bundesweit geregelte Planungsrecht sowie die jeweilige Länderbauordnung beachtet werden. Gibt es einen Bebauungsplan, ist dieser sorgfältig zu studieren. Manchmal dürfen sogenannte Nebenanlagen – dazu zählen Lauben und Schuppen – nur innerhalb der Baugrenzen errichtet werden. Die Baugrenzen sind meist als Linie im Bebauungsplan eingezeichnet und dürfen nicht von Gebäudeteilen überbaut werden.
„Informieren Sie sich über die Bebauungsmöglichkeiten vor dem Bau oder Kauf eines Schuppens“, rät deshalb Bauaufsichtschefin Andrea Brückner vom Landkreis Göttingen. „Auch ein baugenehmigungsfreier Schuppen muss mit dem öffentlichen Baurecht vereinbar sein. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die neue Errungenschaft der Beginn einer Nachbarschaftsstreitigkeit ist.“
Baugenehmigungspflicht für Gartenhaus ist abhängig vom Bundesland
Die Bauordnung ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Bayern und Brandenburg etwa sind Bauten bis zu einem Volumen von 75 Kubikmetern umbauten Raumes baugenehmigungsfrei. Aber nur, wenn sie nicht im Außenbereich stehen, sondern am Bebauungszusammenhang teilnehmen – sie also innerhalb einer bebauten Fläche wie einer Ortschaft stehen werden. In Niedersachsen liegt die Grenze bei 40 und in Nordrhein-Westfalen nur bei 30 Raummetern.
Grill und Toilette im Gartenhaus problematisch
Eingeschränkt werden diese Bestimmungen in den Bauordnungen zumeist noch dadurch, dass nur „Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten“ genehmigungsfrei sind. Etwa in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen müssen sonst solche Baulichkeiten bereits ab zehn Quadratmetern Grundfläche genehmigt werden.